Film und Kultur, Gesellschaft und ihre Widersprüche optimistisch sichtbar zu machen, dabei Musik und Sound nicht künstlich, sondern mit dem Rhythmus der Bilder und Körper zu verbinden, eine unaufdringliche Botschaft für uns alle sichtbar zu machen und dabei freundlich-ironisch den Regierenden einen Kurzfilm-Spiegel vorzuhalten, gelingt einem Film (…) – meiner Meinung der mit Abstand beste Kurzfilm: Kicking for a Better Future.
Prof. Dr. Frank Stern, Universität Wien
Sie kämpfen gegen Armut, Drogen und Aids. Sie setzen sich gegen Kinderarbeit und Alkoholmissbrauch ein. Und sie können verdammt gut mit dem Ball umgehen: Im Juli 2006 treffen sich Spieler und Spielerinnen aus 22 sozialen Fußballprojekten in Berlin, um den ersten Straßenfußballweltmeister zu ermitteln.
Die jugendlichen Kicker aus fünf Kontinenten spielen in einem Bolzplatzstadion auf dem Mariannenplatz in Kreuzberg – mitten in einem der sozialen Brennpunkte der Stadt. Doch sie spielen nicht nur Fußball. Sie nutzten auch die Gelegenheit, für ihre Projekte zu werben wie etwa Eliana aus Paraguay, die sich in Asunción im Bildungszentrum CDI engagiert.
Tausende von Fans kommen nach Kreuzberg und erleben Straßenfußball und interkulturelles Miteinander hautnah. Doch am Ende gibt es auch einen Gewinner. In einem packenden Finale bezwingt das Team aus Kenia Südafrika mit 4:3 nach Elfmeterschießen und wird erster Straßenfußballchampion.
Holger Rada und sein Team haben die Jugendlichen begleitet, sie haben FIFA-Offizielle und Projektverantwortliche interviewt, aber auch mit Anwohnern und Fans gesprochen. Sie haben Konflikte dokumentiert wie etwa das Einreiseverbot für die Teams aus Nigeria und Ghana, und sie haben die ganz besondere Atmosphäre rund um den Mariannenplatz während des Ereignisses eingefangen. Herausgekommen ist ein Film, der die Grenzlinien zwischen Sport und sozialem Engagement, zwischen Wettkampf und interkulturellem Lernen ausleuchtet.